Fulminanter Ausklang eines fulminanten Fests

Heike Schülein 05.08.2026 – 10:06 Uhr

Der Montagnachmittag des Wilhelmsthaler Heimatfests lag fest in Hand der Kinder. Doch nicht nur sie kamen bei einem bunten Unterhaltungsprogramm voll auf ihre Kosten.

Noch den letzten Tag des mehrtägigen Programms genießen, bevor man sich wieder ein ganzes Jahr lang gedulden muss: Alljährlich freuen sich die jüngsten Fans des in diesem Jahr in ein Kreismusikfest eingebetteten Heimatfests Wilhelmsthal auf den Kinder- und Familiennachmittag, wenn sie auf dem Festgelände im idyllischen Grümpeltal das Zepter fest in der Hand halten. Auch in diesem Jahr brachte der ausrichtende Musikverein Wilhelmsthal – ausnahmsweise erst am Montag – mit einem bunten Unterhaltungsprogramm mit Spaß, Spiel, tollen Mitmachaktionen sowie stimmungsvollen Tanz-Auftritten die Augen aller Kinder zum Strahlen.

Unbestrittene Highlights des Nachmittags waren die Auftritte der „Trachtenzwerge“ und der Kinder-Trachtengruppe, die sorgsam einstudierte Tanzauftritte zum Besten gaben. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags sorgte das Jugendorchester Kronach unter Leitung von Kilian Piontek.

Olympiade der Kinder-Feuerwehr Wilhelmsthal

Auch auf dem Festplatz herrschte reges Treiben. Die Kinder-Feuerwehr Wilhelmsthal initiierte eine Olympiade mit kleinen feuerwehrtechnisch angehauchten Aufgaben wie zum Beispiel Zielspritzen, was bei den subtropischen Temperaturen gerne auch als willkommene Abkühlung genutzt wurde.

Im Festzelt lockte das Glücksrad des Musikvereins mit schönen Preisen, darunter auch – besonders begehrt – Freimärkchen. Wer wollte, konnte sich mit trendigen Glitzer-Tattoos verschönern oder beim Kinderschminken in sein Lieblingstier „verwandeln“ lassen. Kreativität war gefragt beim Basteln von Armbändern sowie Schlüssel- oder Fußballanhängern.

Zünftige Klänge von „Brass’d scho“ zum Ausklang

Seinen Ausklang fand das rundum gelungene Kreismusikfest, mit dem der Musikverein Wilhelmsthal sein 130-jähriges Bestehen feierte, mit zünftigen Klängen von „Brass’d scho“.

Stimmung nennt man das, und davon gab es in Wilhelmsthal das ganze Wochenende über jede Menge. Beste Unterhaltung, gelebtes Brauchtum, stimmungsvolle Blasmusik, tolle Live-Bands und das alles an fünf Tagen bei schönstem Wetter.

Ein beeindruckendes Stück Heimatliebe

Heike Schülein 03.08.2026 – 16:00 Uhr

Der Heimatabend lockt auch heuer wieder die Massen nach Wilhelmsthal. Beim mehrstündigen Programm reiht sich Höhepunkt an Höhepunkt. Leider ist allerdings auch „Abschiednehmen“ angesagt.

Der Heimatabend bleibt ein Besuchermagnet, der auch bei seiner 61. Auflage alles umfasste, was man begeisterten Freunden der Volkskultur nur bieten kann: verschiedene Plattler- und Tanzgruppen jeden Alters, Musik, Tanz, ein Brillant-Feuerwehr und eine Stimmung, wie es sie eben nur in Wilhelmsthal gibt. Das bestätigte auch der Moderator Thomas Auer, der bereits zum 26. Mal – leider letztmalig – im gut gefüllten Zelt im idyllischen Grümpeltal durch das Programm führte.

Schlag auf Schlag wechselten sich mitreißende Trachten- und Figuren-Tänze sowie Musik in bunter Reihenfolge ab. Die „Trachtenzwerge“ – die Jungs stilecht in feschen Lederhosen und die Mädels in schicken Dirndl – waren auch heuer wieder der Hingucker schlechthin. Mit strahlenden Gesichtern wirbelten sie nur so über die Bühne, darunter natürlich auch beim obligatorischen „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. Hierfür gab es ebenso donnernden Applaus des Publikums wie auch für die etwas älteren Heimatfest-Fans der Kinder- beziehungsweise Jugend-Trachtengruppe, deren temperamentvollen Tänze – ebenfalls unter Leitung von Sandra Kittel und Martin Tanzmeier – gebührend gefeiert wurden.

Plattler lassen das Festzelt beben

Bei aller Begeisterung für die Kleinen sind natürlich die Plattler und die Trachtengruppe, für die Lucas Münzel und Niko Vogel verantwortlich zeichnen, nicht zu vergessen: Mit beliebten Schuhplattlern, bei denen es wie beim „Holzhacker“- und „Watschn-Plattler“ schon einmal etwas derber zugehen konnte, sowie traditionellen, oftmals mit allerhand „Einwicklungen“ und „Verknotungen“ verbundenen Figurentänzen ließen sie einmal mehr das Festzelt erbeben.

Sie alle zauberten ein unterhaltsames Potpourri aus Brauchtum und Traditionspflege auf die Bühne, von dem das Publikum nicht genug bekommen konnte – wie natürlich auch von der schmissigen musikalischen Umrahmung. Für diese zeichnete in gewohnter Weise die Trachtenkapelle Wilhelmsthal unter Leitung von Michael Gack verantwortlich, die abermals Stimmungsmusik vom Feinsten bot. Nicht fehlen durften dabei Stücke wie „Eine letzte Runde“, die legendäre „Südböhmische Polka“, „Traum einer Marketenderin“, „Böhmische Liebe“ und der „Deutschmeister-Regimentsmarsch“.

Jahrgangsmäßig bunt gemischtes Publikum

Der Vorsitzende des gastgebenden Musikvereins Wilhelmsthal, Marcel Bayer, freute sich über ein zahlreiches, jahrgangsmäßig bunt gemischtes Publikum. „Wenn wir heute Abend von Heimat sprechen, dann meinen wir nicht nur unseren Ort. Heimat entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, sich ehrenamtlich engagieren und Traditionen an die nächste Generation weitergeben“, bekundete der Vorsitzende. Genau das möchte man an diesem Abend vorleben. Was man dabei erlebe, sei weit mehr als ein Bühnenprogramm – sondern das, was unsere Heimat und Gemeinschaft ausmache, zeigte er sich ebenso stolz wie dankbar.

Dem konnte sich Thomas Auer – bekennender Fan des zweitgrößten Fests im Landkreis Kronach – nur anschließen. Er sei deshalb so unheimlich gern in Wilhelmsthal, weil er mit dem Heimatfest Spaß und Vereinskultur verbinde. Eine große Freude sei es ihm, dass er schon so viele Akteure über die Jahre hinweg auf ihren Weg in die einzelnen Gruppen habe begleiten dürfen. „Wenn ihr in Wilhelmsthal auf etwas stolz sein könnt, dann auf euren Ort und auf alle Trachtler, die auf der Bühne stehen“, rief er ins Publikum.

Leider war in diesem Jahr „Abschiednehmen“ von ihm in seiner Funktion als Moderator des Heimatfests angesagt, das er seit 1999 nur unterbrochen von den beiden Corona-Jahren – also 26 Mal – moderiert hatte. Ein großes Anliegen war es dem Musikvereins-Ehrenvorsitzenden Thomas Steininger, Thomas Auer und auch dessen Frau Anita herzlich für diese jahrzehntelange Treue zu danken.

Qualitativ hochwertige Bühnenshow

„Es war ein Anruf, ohne viel Überzeugungsarbeit, die Sache war geritzt, und unser Thomas hat spontan zugesagt“, erinnerte sich Thomas Steiniger zurück an das Jahr 1999, als in Wilhelmsthal die Idee geboren wurde, den Heimatabend durch eine professionelle Moderation etwas besser in Szene zu setzen. Damals habe er nicht lange nachdenken müssen, wer dafür bestens geeignet wäre. Seitdem habe Thomas Auer jeden Heimatabend moderiert, dafür auf andere Veranstaltungen verzichtet und auch öfters – so wie in diesem Jahr – sogar seinen Urlaub verschoben. Jetzt wolle es dieser aber etwas ruhiger angehen lassen.

„Ich war 26 Jahre lang sehr gerne Inhalt der Heimatabende. Ich war aber nur der Moderator. Alles andere passiert hier auf der Bühne – und das ist qualitativ hochwertig. So etwas findet man in ganz Nordbayern oder vielleicht sogar in ganz Bayern nicht mehr“, gab Thomas Auer den Dank zurück. Neben kleinen Geschenken wurde ihm zum Abschied eine besondere Ehre zuteil, nämlich die „Hauptrolle“ im „Sensen-Tanz“, bei dem ja bekanntermaßen der Hauptprotagonist schließlich das Herz der charmanten Emily erobert.

Großes Brillantfeuerwerk

Ein wahrlich einzigartiger Anblick erwartete alle Besucher kurz nach 23 Uhr, als sie zum großen Jubiläums-Brillantfeuerwerk entlassen wurden. Bunte Wasserfälle ergossen sich auf die Erde. Abertausende von silbernen Funken explodierten und glitzernden Strahlen regneten in Hülle und Fülle – und das alles über den zauberhaft beleuchteten Häusern!

Eingebettet war der heuer ausnahmsweise an einem Sonntag stattfindende Heimatabend in das Kreismusikfest, mit dem der Musikverein an fünf herrlichen Festtagen sein 130-jähriges Bestehen gebührend feierte: ein Jubiläum, das seinen Platz in den Annalen des schmucken Bergdorfs sicher hat.

Jubiläum des Musikvereins

Seinen Beginn hatte das Festjahr in Wilhelmsthal mit dem Jubiläumskonzert am 2. Mai dieses Jahres gefunden. In diesem Rahmen wurden auch zahlreiche langjährige aktive und passive Mitglieder geehrt. Leider konnten dabei Markus Schneider und Christina Reißig nicht anwesend sein, deren Ehrung der 2. Musikvereins-Vorsitzende Johannes Friedlein mit Bürgermeisterin Susanne Grebner sowie dem NBMB-Kreisvorsitzenden Alexander Klug nun nachholte.

Markus Schneider ist mittlerweile Tubist im Ruhestand, nachdem er 40 Jahre lang beim Musikverein aktiv war. Alexander Klug verlieh ihm hierfür die NBMB-Ehrennadel in Gold. Zudem wurde er aufgrund seiner 50-jährigen Vereinszugehörigkeit, davon über 40 Jahre als aktiver Musiker, wie auch seiner langjährigen Tätigkeit in der Vorstandschaft und sein Engagement rund um das Heimatfest über die Jahre hinweg zum Ehrenmitglied ernannt.

Die gleiche Ehre wurde auch Christina Reißig zuteil, die schon von klein auf als Plattlerin auf der Bühne stand, darunter 25 Jahre zusätzlich als Leiterin der Kindertrachtengruppen. Als Helferin ist sie beim Heimatfest insbesondere im Barbereich nicht mehr wegzudenken. Über lange Jahre war sie auch in der Vorstandschaft und in den Ausschüssen aktiv.

Hoch die Pauken und Trompeten!

Heike Schülein 02.08.2026 – 17:00 Uhr

Der Musikverein Wilhelmsthal existiert seit 130 Jahren. Dieses Jubiläum wurde am Wochenende im Rahmen eines Kreismusikfests gebührend gefeiert.

Herrliche Bilder gab es am Wochenende beim Kreismusikfest in Wilhelmsthal zu sehen. Mehr als 20 Musikkapellen verwandelten am vergangenen Samstag das untere Dorf sowie am Sonntag das obere Dorf mit ihren Standkonzerten in einen klingenden Ort, bevor diese in zwei Festzügen durch das festlich geschmückte Bergdorf zum so idyllisch im Grümpeltal gelegenen Festplatz zogen. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte sich der Musikverein Wilhelmsthal wahrlich nicht wünschen können!

„Der Blick von hier oben auf rund 400 Musikerinnen und Musiker ist gewaltig“, strahlte der Vorsitzende des Musikvereins Wilhelmsthal, Marcel Bayer, als er – mit weiteren Verantwortlichen beziehungsweise Ehrengästen – vom Podium herab in die erwartungsvollen Gesichter zahlreicher Musikerkolleginnen und Musikerkollegen der Gast-Kapellen sowie der großen Besucherschar blickte. Beeindruckt von dem einzigartigen Anblick zeigte sich auch die Schirmherrin, Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner, die das große Engagement würdigte, mit dem der Jubelverein bei den verschiedenen Anlässen das kulturelle Leben im Ort pflege und die Dorfgemeinschaft aufrechterhalte.

Zweitgrößtes Fest im Landkreis Kronach

„130 Jahre Musikverein Wilhelmsthal ist weit mehr als eine beeindruckende Zahl. Dahinter stehen Generationen von Menschen, die mit Herzblut musizieren, organisieren, Verantwortung übernehmen und ihre Freizeit für die Gemeinschaft einsetzen“, bekundete die Bürgermeisterin, dass diese dem Ort ein Stück weit Identität gäben. Eine Besonderheit stelle dar, dass der Verein seit über sechs Jahrzehnten gemeinsam mit den Trachten- und Schuhplattler-Gruppen das Heimatfest organisiere und ausrichte; und dies ausschließlich im Ehrenamt.

Dass das Heimatfest – mittlerweile zweitgrößtes Fest im Landkreis – für viele Menschen längst ein Stück Heimat geworden sei, sei das Ergebnis unzähliger Arbeitsstunden, großer Leidenschaft und eines außergewöhnlichen Gemeinschaftsgeistes. Stolz auf die Musikvereine des Landkreises zeigte sich auch Landrat Klaus Löffler. Ein besonderes Anliegen war ihm an dem Tag der Dank an den Ehrenvorsitzenden Thomas Steininger, der über 25 Jahre hinweg an der Spitze des Musikvereins diesen wie kein anderer geprägt habe. Die Glückwünsche des Nordbayerischen Musikbunds übermittelten der Kreisvorsitzende Alexander Klug und der Bezirksvorsitzende, zugleich Vizepräsident Thomas Kolb.

28 Musikkapellen und Gruppen

„Ich bin tief berührt bei diesem Anblick und von den Klängen, die heute durch ganz Wilhelmsthal erschallen. Nach dem Jubiläumskonzert mit Ehrungen am 2. Mai erleben wir nun das größte Blasmusikfestival des Landkreises und weit darüber hinaus, mit 28 Musikkapellen und Gruppen“, stellte Alexander Klug heraus.

Gelingen könne so ein Kraftakt nur mit einer gehörigen Portion Kameradschaft und aus der tiefsten Überzeugung heraus, Teil dieser Blasmusik-Gemeinschaft zu sein. Musiktradition und die Weitergabe dieses Feuers würden in Wilhelmsthal seit über 130 Jahre erfolgreich gelebt. „Jetzt ist es an uns, auch die nächsten Generationen für dieses Hobby zu begeistern, das weit mehr sei als Freizeitgestaltung; nämlich kultureller Anker der Dorfgemeinschaft.“

Unter Leitung des stellvertretenden Kreismusikdirigenten Holger Mück ließ der große Gemeinschaftschor am Samstag den von ihm komponierten Landkreismarsch „Crana Musica“ erklingen, während der Dirigent des Musikvereins Wilhelmsthal, Michael Gack, „Wir Musikanten“ dirigierte. Seinen Abschluss fand der offizielle Teil traditionell mit der gemeinsamen Bayernhymne und dem Deutschlandlied, wobei Kreisdirigent Florian Beetz den Taktstock übernahm.

Die Scherzachtaler spielen auf

Im Anschluss sorgten am Samstagabend „Die Scherzachtaler“, in dem auch Norbert Gälle – bekannt als Komponist des „Böhmischen Traums“ – als 1. Tenorhornist mitwirkt, im Festzelt für ausgelassene Stimmung bis in die Morgenstunden hinein.

Seinen Beginn hatte das Kreismusikfest am Donnerstag mit der Bierprobe mit dem Musikverein und dem gekonnten Bieranstich durch Bürgermeisterin Susanne Grebner gefunden. Am Freitag stieg eine große Partynacht mit der angesagten Band „Highline“. Der Sonntag begann mit einer Kirchenparade und dem Festgottesdienst. Beim anschließenden Frühschoppen spielte das Kreisorchester 50+ zünftig auf, wobei sich auch Norbert Gälle als Überraschungsgast bei seinem „Böhmischen Traum“ in die Reihen des Orchesters mischte. Nachmittags fanden Standkonzerte der Gastkapellen im Oberen Dorf sowie der Festumzug mit anschließendem Gemeinschafts-Chor statt, bevor der Musikverein Friesen aufspielte.

Eingebettet in das Kreismusikfest war am Sonntag der Heimatabend mit dem Musikverein, der Trachtengruppe sowie der Kindertrachtengruppe und den Trachtenzwergen. Zu später Stunde erleuchtete ein großes Jubiläums-Feuerwerk den Wilhelmsthaler Nachthimmel. Beim bunten Familiennachmittag am Montag kommen heute insbesondere die jüngsten Festbesucher mit Tanzeinlagen der Kindertrachtengruppen und der Trachtenzwerge voll auf ihre Kosten. Umrahmt wird der Nachmittag vom Jugendorchester Kronach, bevor das Kreismusikfest mit „Brass´d scho“ ausklingen wird.

Wilhelmsthal feiert besonderes Heimatfest

Heike Schülein 26.07.2026 – 09:00 Uhr

Die Traditionsveranstaltung steht heuer ganz im Zeichen des 130. Jubiläums des Musikvereins. Das Programm ist deshalb umfangreicher als sonst. Was genau geboten wird.

Der Umzug zum ersten Heimatfest in den 60er-Jahren. Auch an diese Zeiten will man heuer erinnern. Foto: NP-Archiv

Das Jahr 2026 ist für Wilhelmsthal gleich in doppelter Hinsicht ein Grund zum Feiern. Nach dem Feuerwehrfest, mit dem die Wilhelmsthaler Wehr im Mai ihr 150-jähriges Bestehen feierte, lädt nun der Musikverein Wilhelmsthal vom 30. Juli bis 3. August anlässlich seines 130. Jubiläums zum Kreismusikfest ein.

1896 gründeten Adolf Peter, Josef Fröba, Josef Neder, Karl Becker, Josef Becker und Johann Neder den Musikverein Wilhelmsthal. 1908 vergrößerte sich die Kapelle und machte sich bei vielen festlichen Anlässen einen Namen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Johann Münzel die Geschicke des Vereins und 1952 wurde Max Münzel zum Vorsitzenden gewählt. Er bemühte sich intensiv um Mitglieder und den Nachwuchs, sodass bald 20 aktive Musikanten in der Gruppe musizierten.

Ab 1958 trat man in der bayerischen Tracht auf und nannte sich nun Musik- und Trachtenkapelle Wilhelmsthal. Das von Max Münzel organisierte Heimatfest wurde 1963 ins Leben gerufen und ist heute das zweitgrößte Fest im Landkreis Kronach. Es besticht durch ein attraktives Programm.

Gründung der Trachtengruppe „Edelweiß“

Edi Peter hatte 1949 seinen ersten Plattler-Auftritt bei den „Rosenberglern“ in Kronach. Wenig später kam ihn die Idee, diese Brauchtumspflege auch in seine Heimatgemeinde Wilhelmsthal zu bringen. Gemeinsam mit drei Freunden und vier engagierten jungen Frauen gründete er die Trachtengruppe „Edelweiß“. 1950 folgte der erste öffentliche Auftritt und schnell machte sich die Trachtengruppe einen Namen im Landkreis. Seit 1963 ist die Trachtengruppe mit dem Musikverein verschmolzen und die Idee vom Heimatfest konnte realisiert werden.

Fester Bestandteil des Heimatfests bis 2005 war auch der „Wilhelmsthaler Viergesang“. Im Frühjahr 1961 hatten sich Richard Schedel, Alfons Böhm und Walter Münzel getroffen, um mit Akkordeonbegleitung einige Lieder einzustudieren. Wenige Zeit später kam Reinhard Kestel dazu, und der Wilhelmsthaler Viergesang war gegründet. Bald trat der Viergesang im ganzen Landkreis auf. 1965 schloss sich Georg Ebert der Gruppe an und begleitete sie mit der Zither.

Premiere der Bauernmesse

Zu Weihnachten wurde erstmals die Bauernmesse gesungen. 1967 folgte die erste Platten-Aufnahme mit den Titeln „Wo meiner Heimatwälder rauschen“ und „Grümpeltallied“. Im jährlichen Rhythmus wurden anschließend regelmäßig Schallplatten veröffentlicht. Auch Rundfunkaufnahmen in Hof, Nürnberg, Fürth, Kronach und Wilhelmsthal waren an der Tagesordnung. Als Walter Münzel 1985 den Viergesang verließ, schloss sich ihm ein Jahr später Thomas Steininger an.

Das Jubiläum des auch weit über den Landkreis Kronach hinaus nicht mehr wegzudenkenden Kulturträgers wird mit einem fünftägigen Kreismusikfest auf dem Heimatfest-Platz in Wilhelmsthal gefeiert. Seinen Beginn findet dieses am Donnerstagabend mit der Bierprobe mit dem Musikverein und dem Bieranstich durch die Schirmherrin, Bürgermeisterin Susanne Grebner. Am Freitagabend steigt eine großen Partynacht mit der angesagten Band „Higline“. Bei den Standkonzerten der Gastkapellen wird am Samstag (ab 17 Uhr) und am Sonntag (ab 13 Uhr) ganz Wilhelmsthal zum klingenden Ort. Wunderschöne Bilder werden sich am Samstag beim großen Sternmarsch (ab 18 Uhr) ergeben sowie beim Festumzug am Sonntag (ab 14 Uhr, Startpunkt Großparkplatz an der Grümpel), jeweils mit anschließendem Gemeinschaftschor.

Ein Highlight wird der Blasmusikabend am Samstag mit „Die Scherzachtaler“. In dem Orchester wirkt auch Norbert Gälle, bekannt als Komponist des „Böhmischen Traums“, als erster Tenorhornist mit. Der Sonntag findet seinen Beginn um 8.45 Uhr mit einer Kirchenparade und dem Festgottesdienst. Beim anschließenden Frühschoppen spielt das Kreisorchester 50+ zünftig auf. An dem Tag besteht auch die Möglichkeit, auf dem Festplatz zu Mittag zu essen.

Heimatabend heuer am Sonntag

Der traditionelle Heimatabend geht in diesem Jahr ausnahmsweise am Sonntag um 20 Uhr über die Bühne. Um 23 Uhr wird ein grandioses Jubiläums-Feuerwerk den Wilhelmsthaler Nachthimmel erleuchten. Beim bunten Familien-Nachmittag am Montag kommen insbesondere die jüngsten Festbesucher voll auf ihre Kosten. Diese erwartet Tanzeinlagen der Kindertrachtengruppe und Trachtenzwerge sowie weitere Überraschungen.

Umrahmt wird der Nachmittag vom Jugendorchester Kronach, bevor das Kreismusikfest ab 19 Uhr mit „Brass’d scho“ ausklingen wird.